Wie sah Friedrich Schiller aus? Wer sich ihn vorstellt, sieht meist ein Gesicht vor sich, das ein Maler zwischen 1786 und 1791 festgehalten hat. Diese Seite stellt drei Porträts vor, die Schillers Bild geprägt haben, und beschreibt, wie sie entstanden. Das Berliner Schiller-Denkmal von Reinhold Begas steht auf dem Gendarmenmarkt; seine Geschichte erzählt der Ratgeber zum Gendarmenmarkt.
Der Dichter
Schiller wurde am 10. November 1759 in Marbach geboren und starb am 9. Mai 1805 in Weimar.1 Sein erstes Drama Die Räuber erschien 1781; das Gedicht „An die Freude“ von 1785 wurde die Grundlage für den vierten Satz von Beethovens Neunter Sinfonie.1 1871 enthüllte Berlin auf dem Gendarmenmarkt sein Denkmal.1
Anton Graff: das berühmteste Bildnis, 1786 – 1791
Anton Graffs Porträt ist das Bild, das man heute mit Schiller verbindet: der Dichter am Tisch, den Kopf auf die Hand gestützt. Das Gemälde ist 71 × 57 Zentimeter groß.3 Graff begann es im Frühjahr 1786 und vollendete es erst im September 1791.2 Das Museum Gleimhaus Halberstadt, das die Entstehung für den ersten Stich dokumentiert, berichtet, Graff habe sich über Schillers Unruhe bei den Sitzungen beklagt, bis schließlich die elegische Haltung gefunden war, mit der das Porträt berühmt wurde. Das Werk blieb einige Jahre unvollendet. 1791 vollendete Graff es, ohne dass Schiller noch einmal gesessen hätte; dann ging es an den Nürnberger Verleger Johann Friedrich Frauenholz, der nach dem Bild einen Kupferstich herausgab, eines der frühesten druckgrafischen Schiller-Porträts.2 Der Stich von Johann Gotthard Müller trägt die Jahreszahl 1793.2

Ludovike Simanowiz: das Freundesbild, 1793/94
Ludovike Simanowiz, geboren 1759 in Schorndorf, wuchs in Ludwigsburg gemeinsam mit Schiller und dessen Schwestern auf.5 Sie malte ihn und seine Frau Charlotte, als Schiller zu Hause am Wallenstein arbeitete.5 Commons datiert das Bild auf 1793 bis 1794 und nennt keinen Standort; die Maße des Gemäldes liegen dort nicht vor.4

Gerhard von Kügelgen: das Gedächtnisbild, 1808/09
Das Bild von Gerhard von Kügelgen entstand drei bis vier Jahre nach Schillers Tod. Commons führt es mit der Datierung 1808 bis 1809 und dem Standort Frankfurter Goethe-Museum; es misst 73 × 61 Zentimeter.6 Anders als bei Graff und Simanowiz saß der Dichter dafür nicht.

- 1759Friedrich Schiller wird am 10. November in Marbach geboren.
- 1781„Die Räuber“ erscheinen.
- 1786Anton Graff beginnt das Bildnis Schillers.
- 1791Graff vollendet das Bildnis, ohne dass Schiller noch einmal saß; Frauenholz erwirbt es.
- 1793Johann Gotthard Müller datiert seinen Kupferstich nach Graffs Bild.
- 1793 – 1794Ludovike Simanowiz malt Schiller.
- 1805Schiller stirbt am 9. Mai in Weimar.
- 1808 – 1809Gerhard von Kügelgen malt Schiller nach dessen Tod.
- 1871Das Schiller-Denkmal wird auf dem Gendarmenmarkt in Berlin enthüllt.
Häufige Fragen
Welches Porträt zeigt Schiller am zuverlässigsten?
Wo hängt Graffs Schiller-Bildnis?
Die Städtische Galerie Dresden führt es; Commons nennt als aktuellen Standort das Kügelgenhaus, Museum der Dresdner Romantik.3
Wer schuf das Schiller-Denkmal in Berlin?
Reinhold Begas; die Geschichte des Denkmals steht im Ratgeber zum Gendarmenmarkt.
Quellen und Belege
- Wikipedia — Friedrich Schiller
- museum-digital Sachsen-Anhalt (Museum Gleimhaus Halberstadt) — Bildnis des Friedrich Schiller, Kupferstich von J. G. Müller nach Anton Graff, 1793
- Wikimedia Commons — Anton Graff, Portrait of Friedrich Schiller (Städtische Galerie Dresden)
- Wikimedia Commons — Ludovike Simanowiz, Friedrich Schiller
- Wikipedia — Ludovike Simanowiz
- Wikimedia Commons — Gerhard von Kügelgen, Friedrich Schiller (Goethe House, Frankfurt)

