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Victoria und das Brandenburger Tor in der Kunst — Meynier und Kirchner

Zwei Maler, zwei Epochen: Charles Meyniers „Einzug Napoleons in Berlin“ (1810) und Ernst Ludwig Kirchners „Brandenburger Tor“ (1915 und 1929) — mit …

3 Min. Lesezeit · 1 Figur im Text

Figuren auf dieser SeiteVictoria

Victoria
Victoria · Pariser Platz, Brandenburger Tor

Die Siegesgöttin Victoria steht seit 1793 auf dem Brandenburger Tor, und seit dem 19. Jahrhundert wird das Tor gemalt. Diese Seite stellt zwei Maler vor, die es ins Bild gesetzt haben, den Franzosen Charles Meynier als Chronisten des Einzugs Napoleons und den Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner als Maler der Großstadt, und erzählt, was die Quadriga dazwischen erlebte. Die Baugeschichte steht im Ratgeber zu Brandenburger Tor und Tiergarten.

VictoriaDie Quadriga-Siegesgöttin auf dem Brandenburger Tor.Pariser Platz, Brandenburger Tor · 1793 · neu gegossen 1957Mit der Figur sprechen →

Meynier: der Einzug Napoleons, 1810

Charles Meynier malte den Einzug Napoleons in Berlin am 27. Oktober 1806, nach dem Sieg bei Jena, mit dem Brandenburger Tor im Hintergrund.1 Das Gemälde ist 363 mal 493 Zentimeter groß und hängt heute im Schloss Versailles.1 Das Tor ist in diesem Bild Kulisse eines Triumphs, nicht Gegenstand. Die Quadriga selbst erwähnt die Beschreibung nicht. Was ihr in den Wochen nach dem Einzug geschah, ist dokumentiert: Anfang Dezember 1806 wurde sie abgenommen, in zwölf Kisten verpackt und reiste am 21. Dezember nach Frankreich; Ende Juni 1814 wurde sie wieder auf das Tor gehoben, und am 7. August 1814 fielen die Hüllen.4

Charles Meynier, Einzug Napoleons in Berlin am 27. Oktober 1806, 1810, Schloss Versailles

Kirchner: das Tor als Großstadtbild, 1915 und 1929

Ernst Ludwig Kirchner zog 1911 nach Berlin und malte zwischen 1913 und 1915 die Straßenszenen, die zu den bekanntesten Bildern der Stadt in der Moderne gehören.5 1915 wurde er nach einem psychischen Zusammenbruch aus dem Kriegsdienst entlassen; ab 1917 lebte er in Davos in der Schweiz.5 Sein „Brandenburger Tor“ von 1915 misst 50 mal 70 Zentimeter und gehört zur Sammlung Würth.2 Das Motiv nahm er 1929 noch einmal auf, ebenfalls 50 mal 70 Zentimeter, ebenfalls Sammlung Würth; die Abbildung stammt vom Städel Museum.3

Ernst Ludwig Kirchner, Brandenburger Tor, 1915, Sammlung Würth

Ernst Ludwig Kirchner, Brandenburger Tor, 1929, Sammlung Würth

  1. 1793Mitte des Jahres wird die Quadriga auf dem Tor verankert.
  2. 1806Am 27. Oktober zieht Napoleon in Berlin ein; am 21. Dezember reist die Quadriga in zwölf Kisten nach Paris.
  3. 1810Charles Meynier vollendet das Gemälde vom Einzug.
  4. 1814Ende Juni wird die Quadriga wieder auf das Tor gehoben; am 7. August fallen die Hüllen.
  5. 1911Ernst Ludwig Kirchner zieht nach Berlin.
  6. 1915Kirchner malt das Brandenburger Tor.
  7. 1929Kirchner nimmt das Motiv noch einmal auf.
  8. 1958Die Nachschöpfung der Quadriga steht auf dem Tor.

Häufige Fragen

Wer lenkt die Quadriga auf dem Brandenburger Tor?

Die Siegesgöttin Victoria; das Protokoll vom 13. März 1789 nennt sie namentlich.4 Eine andere Quelle beschreibt die Figur als „ursprünglich Friedensgöttin“, nach der Rückkehr 1814 mit dem von Schinkel entworfenen Eisernen Kreuz.6

Wo hängt Meyniers Bild?

Im Schloss Versailles.1

Wo hängen Kirchners Brandenburger Tore?

Beide Gemälde stehen laut Wikimedia Commons in der Sammlung Würth.23

Quellen und Belege

  1. Wikipedia — Entry of Napoleon into Berlin (Meynier, 1810)
  2. Wikimedia Commons — Ernst Ludwig Kirchner, Brandenburger Tor (1915)
  3. Wikimedia Commons — Kirchner, Brandenburger Tor (1929)
  4. Wikipedia — Brandenburger Tor
  5. Wikipedia — Ernst Ludwig Kirchner
  6. Bildhauerei in Berlin — Quadriga auf dem Brandenburger Tor

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