Ein Spiel für die Stimme

Der gehaltene Ton

Ich stehe seit über zwei Jahrhunderten hier oben und halte. Mal sehen, wie lange du das kannst.

Wie willst du mitgehen?

Es wird nichts aufgenommen und nichts gespeichert.

So geht das

  1. Ich singe dir einen Ton vor — tief, ruhig, mit Atem.
  2. Du gehst mit: singen, summen, oder einfach den Finger halten.
  3. Wenn dir die Luft ausgeht, ist es vorbei. Das ist kein Scheitern.

Es gibt keine Note

Hier wird nichts bewertet. Nicht, wie sauber du triffst, nicht, wie schön es klingt. Gemessen wird nur eines: wie lange du mitgehst — und das ausschliesslich gegen dich selbst von letztem Mal. Es gibt keine Rangliste, und es wird keine geben.

Dein Mikrofon bleibt bei dir

Die Tonhöhe wird direkt auf deinem Gerät berechnet. Nichts wird aufgenommen, nichts hochgeladen, nichts gespeichert. Es entsteht überhaupt keine Aufnahme — und wer kein Mikrofon freigeben möchte, spielt mit dem Finger und erlebt genau dasselbe.

Erst die Vorprobe: Stille, Atem, Spiegel

Drei kleine Proben, bevor du ansetzt — man tut hier etwas, man liest nichts. Ohne Mikrofon, ohne Punkte, ohne Anmeldung.

Die Stille

Ick steh hier oben seit zweihundert Jahren still. Probier's mal 'ne Minute. Nich für mich — ick will nur wissen, wat kommt, wenn nüscht kommt.

Zum Warmsingen

4 kleine Übungen, bevor du ansetzt — vom Seufzer bis zur ganzen Tonleiter. Ich singe sie dir vor, dann bist du dran; und solange du singst, halte ich den Mund, damit du dich selbst hörst.

Fünfmal von oben nach unten, wie ein Ausatmen. Nichts drücken — fallen lassen. 10 Sekunden

Der Text

Ah ah

Ah ah

Ah ah

Ah ah

Ah ah

Meine Lieder

3 Stücke, die es nur hier gibt — Wort und Melodie sind meine eigenen. Ich singe dir die Melodie auf einem offenen Vokal vor, die Worte laufen dabei Silbe für Silbe mit. Danach gehört das Lied dir.

Ruhig und getragen. Vier Zeilen, dazwischen darfst du Luft holen — ich auch. 21 Sekunden

Der Text

Zweihundert Jahre steh ick hier,

der Wind jeht durch mein Kleid.

Und wenn du singst, dann sing ick mit —

wir haben beide Zeit.

Wenn du magst, reden wir richtig

Der Ton war der Anfang. Ich kann auch sprechen — über Berlin, über zweihundert Jahre Dach unter den Füssen, über das, was du gerade vorhast.

Sprich mit mir